Diether Dehms neuster homophober Ausfall

Diether Dehm bezeichnete in seiner Ostermarsch-Rede und gegenüber Sputnik News Außenminister Maas als „gut gestylten Nato-Strichjungen“.

Diese Äußerung Diether Dehms nutzt Ressentiments gegenüber Männern, die Sex mit Männern haben und instrumentalisiert sie zum Zweck der Diffamierung eines politischen Gegners. Die von Homophobie und von Verachtung gegenüber sexuell ausgebeuteten Menschen geprägte Äußerung Diether Dehms ist schlicht widerlich. Frank Laubenburg, Bundessprecher der BAG DIE LINKE.queer: “Stigmatisierung, mangelnde rechtliche Anerkennung und beschissene Lebensverhältnisse kennzeichnen ja die aktuelle Situation von Strichern. LINKE stehen an deren Seite und nutzen den Begriff nicht zur Diffamierung.

Nur die Nutzung der gesellschaftlichen Verachtung gegenüber „Strichern“ macht die gewollte Diffamierung wirkungsvoll. Das macht deutlich, dass Diether Dehm bewusst Homophobie in Verbindung mit der gesellschaftlichen Verachtung gegenüber Sexarbeiter*innen genutzt hat, um Heiko Mass zu diffamieren.
Dass Diether Dehms homophober Ausfall bei einer Friedensdemo mit Applaus bedacht und von Mitgliedern der Partei DIE LINKE auf Facebook und Twitter verteidigt bzw. relativiert wird, ist bezeichnend für die Haltung gegenüber Queers in Teilen der LINKEN.

Teile der deutschen LINKEN haben die Emanzipation von Queers nie als klassisches fortschrittliches Thema angesehen, nie begriffen, dass es dabei nicht um partikulare Minderheitenthemen, sondern um allgemeine Menschenrechte geht. Gerade nach der „Ehe für alle“ wird deutlich, dass Teile der LINKEN die Forderung nach Gleichstellung zwar unterstützen, sie aber eher als eine Art Luxusproblem betrachten. Ausdruck dieser Haltung ist, dass es von Teilen der LINKEN als vollkommen OK angesehen wird, das Diether Dehm Homophobie in Verbindung mit der gesellschaftlichen Verachtung gegenüber Sexarbeiter*innen nutzt, um Heiko Mass zu diffamieren.

Weiterhin ist es so, das Diether Dehm sich auf ein Niveau begibt, welches man eigentlich nur von Pegida und der AfD kennt. Wenn Kritik durch wüste Beleidigungen bis hin zu sexuellen Gewaltfantasien ersetzt wird, ist es keine Kritik mehr, sondern nur noch dumpfe Pöbelei. Die Frage ist doch, wo der Unterscheid liegt, wenn man bei Pegida Merkel als „Hure“ betitelt, wenn der AfD-Politiker Peter Boehringer Merkel als „Merkelnutte“ und „Dirne der Fremdmächte“ beschimpft und Linke nun den Außenminister als „Stricherjungen“ bezeichnen. Da gibt es keinen Unterschied mehr.

Die völlige Verrohung der politischen Kultur wird durch die extreme Rechte gezielt betrieben und nutzt ihr am meisten. Als Linke sollten wir hingegen auf eine scharfe Analyse und eine spitze Kritik setzen. Wüste Beleidigungen sind aber keine Kritik, sondern wie in diesem Fall desaströs peinlich.

Aber es gibt sie glücklicherweise, die anderen Teile der LINKEN. Wenn Klaus Lederer Dehm wegen seiner Äußerungen frontal mit den Worten Dehm sei „gewohnt peinlich im Stil, aber schon deshalb nicht mehr ernst zu nehmen“ angeht, dann wird klar: Dehms Liebäugeln mit dem homophoben Teil der Gesellschaft bleibt aus den Reihen der Partei DIE LINKE nicht unwidersprochen. Wenn die BAG DIE LINKE Queer schreiben „Wir verlangen eine eindeutige Stellungnahme von Partei- und Fraktionsvorstand zu den wiederholt aufgetretenen homophoben und sexistischen Ausfällen Diether Dehms.“ so brgüßen wir es und können das zu 100 % unterstützen.